In Zeiten von Sandy Bridge-E, wo man quasi gezwungen ist, zig CPUs um 500+ Euro durchzutesten, um halbwegs in den Bestenlisten mithalten zu können, überlege ich mir nur allzu gut, ob ich wirklich vorne mitspiele oder es einfach lasse. Die überaus träge und gleichzeitig trotzdem heikle Architektur von SB-E ist sichtlich an ihrem Maximum angelangt und genauso fühlt es sich beim Übertakten auch an. Kurzum: Es macht einfach keinen Spaß! Genau in diesen Zeiten kann man sich endlich mit Hardware beschäftigen, die sonst so gerne unter den Tisch fällt. Zumindest dann, wenn man stets versucht, am neusten Stand zu bleiben. Deshalb beschäftigen wir uns genau jetzt wieder mit der überaus erfreulichen X58-Plattform. Aber nicht mit irgendeinem Untersatz ...
Gigabyte X58A-OCDas Gigabyte X58A-OC wurde mit dem bekannten Overclocker
hicookie entworfen und bringt auch nur das mit, was man wirklich zum Übertakten brauchen könnte. Alles andere wurde eingespart, um den Preis des Mainboards so niedrig wie möglich zu halten. Dafür gibt es jede Menge Bling-Bling-Knöpfe, mit denen besser, schneller und höher übertaktet werden kann. Allem voran sind allerdings nur der Einschaltknopf, sowie die Plus- und Minus-Buttons für Multiplier und BClock wichtig; der kleine blaue Reset-Knopf sollte bereits bekannt sein.
Man findet sich wirklich sehr schnell zurecht bei diesem Board, nach einer Session weiß man circa wie es läuft. Allerdings hat es eine Besonderheit: Es schafft einen sehr hohen BClock, wenn man weiß, was zu tun ist. Während ein Rampage III Extreme nämlich desöfteren schon bei 230 MHz zum Bocken beginnt, wird diesem Mutterschiff nachgesagt, dass es weit darüber kommt, wenn man einen entsprechend hohen PCIe-Takt setzen kann. Somit ist es perfekt für eine CPU mit limitiertem Multi, wie es zum Beispiel beim Core i7-970 der Fall ist. Glücklicherweise habe ich genau so eine CPU herumliegen.

Also bereiten wir mal das Mainboard für den flüssigen Stickstoff vor:
Schön brav Knetradiergummi um den Sockel rum, um das Board zu schützen.Übrigens ist es sehr praktisch, dass der CPU-Lüfter rechts unten vom Sockel angesteckt wird. Rechts oben ist es gerne feucht und somit eine Problemzone, die dann mithilfe von Strom gerne grün wird. Nicht so gut für den Wiederverkaufswert von Hardware.

oanvoanc hilft fleißig mit und befestigt den Pot (SF3D Inflection Point)Danach geht es gleich ins BIOS. Alles wird aufs Maximum gedreht, während wir schon einmal LN2 in den Pot gießen. So um die -100 °C muss er schon packen, wenn die CPU ordentlich übertaktet werden soll. Umso mehr Kälte er schafft, desto besser für uns. Aber den sogenannten Coldbug müssen wir dann später noch herausfinden. Zuerst sollten wir allerdings ins Windows gehen und schauen das alles passt. Und während man komplett konzentriert das System vorbereitet, hat man hoffentlich keinen oanvoanc um sich herum, der einen Hörnchen auf die Maus bastelt. Denn sonst braucht man sich nicht wundern, warum man beim Hingreifen plötzlich unabsichtlich die rechte Maustaste klickt. WTF?!
Das System läuft, aber der oanvoanc lässt mich nicht in Ruhe!Nachdem wir wissen, dass der Chip
nicht mehr als -125 °C packt, weil sonst das System einfach abschaltet (= Coldbug), können wir mit den Benchmarks beginnen. Der wegen dem übertriebenen Schabernack mittlerweile zum Benchsklaven degradierte oanvoanc schaut, dass wir immer möglichst knapp an diesem Punkt dran sind, aber ja nicht drüber. Sonst gibt es wieder Watschen! Unsere maximale CPU-Taktfrequenz ist
6396 MHz. Nicht übel, denn das ist zumindest Platz 2 weltweit mit dem i7-970!
Resultat: hwbot.orgNormalerweise mache ich sonst immer gleich SuperPI 1M. Aber dieser Chip mochte 1M überhaupt nicht. Dafür konnte er problemlos mit wPrime umgehen. Weil wir aber nicht allzu viel LN2 hatten, nur ein
wPrime 32M. Das dafür gleich mit genau 6 GHz und damit auf Platz 1 für diese CPU:
Resultat: hwbot.orgSuperPI 1M ging dann seltsamerweise nur mit 5980 MHz und das obwohl nur 2 Cores aktiv waren.
Resultat: hwbot.orgWeit besser ging dann wieder
Pifast, das normalerweise eigentlich mit weniger Takt als 1M gehen sollte. Wie gesagt: Wir verstehen es auch nicht!
Resultat: hwbot.orgUnterm Strich hatten wir eine nette Session, die endlich mal wieder deutlich unter dem Gefrierpunkt stattfinden konnte. Auch die Taktraten über 6 GHz machen einfach mehr Spaß und dafür, dass es überhaupt nur ein einziger Chip war, hat es sich in jedem Fall ausgezahlt. Die österreichische Flagge kann sich jedenfalls bei dieser CPU wieder ganz weit vorne blicken lassen und das ganz ohne uns ein Loch in die Geldbörse zu sprengen.
Hier noch ein paar Bilder von der Session:
Das Benchsystem wie es leibt und lebt
Bootup
Kleiner Trick: Eine 8600 GT musste für wPrime 32M herhalten, um die Zeit ein paar Zehntel zu verbessern
Was wäre eine Benchsession ohne einem klassischen Schnee/Eis-Foto?