Nach fast einjähriger Abstinenz von meinem Blog bin ich wieder da und
gelobe hiermit Besserung! In Zukunft soll es
mehr "Pixel" in der Blogsektion geben. Schließlich sollte man ja der
Definition eines Blogs gerecht werden.
Nach langer Schaffenskrise und dem altbekannten Sommerl*ch (Wieso wird dieses Wort noch einmal zensiert?) kommen wir zu einem neuen Thema, das wohl vor allem die PS-Einsteiger unter euch interessieren dürfte:
Auswahlen in Photoshop. Zu Beginn dieser kleinen Serie werde ich die Grundbegriffe abhandeln und hoffe bei unseren erfahreneren Usern auf Verständnis. Vielleicht wird ja in späteren Ausgaben auch der ein oder andere Tipp für euch (noch) dabei sein. Auswahlen sind
DAS Grundwerkzeug in Photoshop schlechthin. Bevor etwas verändert werden kann, muss erst festgelegt werden welche Bildbereiche davon betroffen sind. Wie
bei Mr. Bean muss also zuerst gründlich abgeklebt werden, wo keine Flecken entstehen dürfen.
Diesmal kein blödes Gerede und nur Tutorial: Auswahlen in Photoshop!Je nach Vorgabe was verändert werden soll, benötigt man unterschiedlichste Auswahlwerkzeuge oder eventuell auch eine Kombination dieser. Das rudimentärste dieser Werkzeuge dürfte wohl die gleich zuoberst in der Werkzeugpalette befindliche
Rechteckauswahl darstellen, die durch langes Halten der linken Maustaste erweitert werden kann, um die alternative Ellipsenauswahl aufzurufen. Wer wie ich gerne mit Shortcuts arbeitet, benutzt für die Rechteckauswahl die M-Taste und zum Umschalten zwischen Rechteck und Ellipse
SHIFT M. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man durch halten der ALT Taste die Auswahl beim Rechteck von einem zentralen Punkt bzw. beim Ellipsenwerkzeug von der Mitte der Ellipse her aufziehen kann. Das ist sehr nützlich bei runden Gegenständen wie Bällen, Autoreifen usw., da es die Auswahl erheblich erleichtert und die Mitte einfach oft schnell gefunden ist. Sollte dennoch das Zentrum einmal nicht exakt getroffen worden sein, so betätigt man einfach bei gehaltener Maustaste die Leertaste um
die gesamte Auswahl zu verschieben. Die gedrückte SHIFT-Taste sperrt hingegen die Auswahl auf ein Quadrat bzw. einen Kreis.
Das rudimentärste Auswahlwerkzeug ist die Rechteck-/EllipsenauswahlAll diese Funktionen lassen sich natürlich auch miteinander kombinieren. Um zum Beispiel einen perfekten Kreis von der Mitte her aufzuziehen, drückt man einfach bei gehaltener Maustaste gleichzeitig SHIFT und ALT. In der
Optionsleiste lassen sich neben einem festen Seitenverhältnis und einer festen Größe auch das grundlegende Verhalten des Auswahlwerkzeugs einstellen. V.l.n.r.: Normale Auswahl, zur Auswahl addieren, von der Auswahl subtrahieren und Differenz. Die Zeilenwerkzeuge sind hier aufgrund ihres Schattendaseins ausgespart.
In der Optionsleiste kann das grundsätzliche Verhalten des Auswahlwerkzeugs eingestellt werdenWeiter geht es mit dem wohl beliebtesten Werkzeug, wenn es um Auswahlen geht: Drückt man die L-Taste, dann ist schon die
Lasso Bitch am Werk. Um exakte Auswahlen mit dem Lasso durchzuführen, bedarf es einiger Übung bzw. fällt die Bedienung mit einem Grafiktablett erheblich leichter. Auch hier lässt sich mit der SHIFT-Taste plus L zwischen den verschiedenen Lassomodi wechseln - dem
Freihandlasso, dem
Polygonlasso und dem
magnetischen Lasso. Durch Drücken der ALT-Taste lässt sich auch während der Verwendung des Freihandlassos schnell auf den Polygonmodus umschalten. Hierzu hält man ALT gedrückt und lässt darauf die Maustaste los. Nun können bei gehaltener ALT-Taste Polygonpunkte hinzugefügt werden. Ein Doppelklick schließt das letzte Polygonsegment. Bei gedrückter Leertaste lässt sich der Bildinhalt verschieben, um auch in großen Zoomstufen am Bildrand nicht blind weiterarbeiten zu müssen. Das erste "intelligente" Auswahlwerkzeug, das ich hier vorstelle ist das magnetische Lasso, welches sich an kontraststarken Kanten sehr gut einsetzen lässt. Die Einstellungen zu Kontrast und Pixelumfang finden sich oben
in der Optionsleiste.
Das wohl beliebteste Auswahlwerkzeug im Photoschuppen: Das Lasso!Auch das
Zeichenstift-Werkzeug eignet sich gut zum Umreißen von geometrischen Formen und zum Abspeichern von Pfaden für die erneute Verwendung. Das ist übrigens die platzsparendste Art der Speicherung. Im Gegensatz dazu gilt es die
Kanäle zu erwähnen, die ich so wie auch das eben erwähnte Werkzeug aufgrund seiner Komplexität zu einem späteren Zeitpunkt behandeln werde.
Nun zu einem praktischen
Beispiel:Wir haben ein Auto in einen neuen Hintergrund hineingeschnitten. Schön und gut, aber ein bisschen langweilig. Also werden wir das Auto so aussehen lassen, als würde es sich bewegen. Dazu benötigen wir die
Ellipsenauswahl und den
"radialen Weichzeichner". Zuerst werden wir versuchen mit der Ellipsenauswahl die Felgen möglichst präzise auszuwählen. Wenn die Ellipse ein bisschen in den Reifen hineinragt, dann macht das nichts. Schließlich bewegt sich dieser auch. Damit wir mit unserer Auswahl schön arbeiten können, legen wir sie auf eine neue Ebene mit
"Ebene durch Kopie", was wir über das Kontextmenü erreichen. Ist die neue Ebene selektiert, wählt man das ausgeschnittene Element nochmals an oder man verwendet eine abgespeicherte Kopie. Über das Kontextmenü erreicht man nun die Funktion
"frei transformieren". Hier zieht man die ovale Felge annähernd kreisförmig auf.
So funktioniert's: Elliptisch auswählen, die Ebene frei transformieren und radialen Weichzeichner anwendenNun kann der "radiale Weichzeichner" angewandt werden. Dieser nimmt, da die Felge auf einer neuen Ebene liegt, automatisch den richtigen Mittelpunkt an. Mit den Werten muss mangels einer Vorschau ein wenig herumexperimentiert werden. Für mich funktioniert hier ein Wert von 20 sehr gut. Nun kann man mit einem erneuten Klick im Kontextmenü die Auswahl wieder zurückskalieren und schon hat man einen drehenden Autoreifen gebastelt.
Voila, das Endergebnis! Und das jetzt ja keiner über das spiegelverkehrte Kennzeichen lästert ...Das nächste Mal werden wir es ein wenig bunter treiben und uns mit
Farbauswahlen und
Zauberstäben auseinandersetzen. Bis dahin hab ich dann hoffentlich auch abseits der trockenen Materie wieder etwas zu berichten.
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