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Samsung SBH-500

Joe_the_tulip 06.01.2008 13876 7
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Diesmal testen wir für euch das Stereo Bluetooth Headset SBH-500 von Samsung. Wir haben eines der ersten im Handel verfügbaren Exemplare erstanden und wollen euch berichten, wie es sich im harten Alltagseinsatz schlägt. Das SBH-500 richtet sich insbesondere an Besitzer von Bluetooth-Mobiltelefonen, die auch ohne ihrem MP3-Player Musik hören wollen und mit verkabelten Verbindungen längst abgeschlossen haben.

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Features& Package



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Nur wenige Details
  • Gesprächszeit: bis zu 12h
  • Spielzeit: bis zu 11h
  • Standby-Zeit: bis zu 205h
  • Gewicht: 74g
  • Bluetooth 2.0
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Verpackung und Inhalt


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Alle Details zur Stromversorgung
Ähnlich spärlich wie die Informationen zum Produkt es sind, ist auch das Zubehör. Es besteht einzig und allein aus einem kleinen Ladegerät, welches 0.35A bei 5.0V liefert. Das ist mehr als ausreichend für die auf dem Nackenbügel geforderten 0.1A bei 3,7V. Leider macht Samsung keine Angaben zur Größe des Akkus, die maximale Ladezeit beträgt allerdings 3h. Damit müsste der Akku 300mAh bei 3,7V haben. Das genügt für 205h Standby-Zeit. Im Headset-Modus - also bei Telefongesprächen - soll es bis zu 12h Sprechzeit erreichen, beim bloßen Musikhören 11h. Die geringere Laufzeit ist darauf zurückzuführen, dass im Kopfhörer-Modus mehr Daten übertragen werden müssen. Denn bei Telefonaten ist einerseits Bitrate bedeutend niedriger und andererseits gibt es nur einen Audiokanal. Beim Musikhören werden dank Bluetooth 2 + EDR theoretisch Bitraten bis 2,1MBit unterstützt und - wie es das Kürzel SBH (Stereo Bluetooth Headset) schon sagt - handelt es sich um Stereo-Audio. Durch den geringeren "Transportaufwand" wird also auch weniger Strom benötigt, was die längere Akkulaufzeit für Telefongespräche erklären sollte, obwohl zusätzlich ein Mikrofon aktiv ist. In unserem Test hielt der Akku mehr als eine Woche im Standby sowie etwa 6-8h Musikhören und Telefonate mit verschiedenen Quellen durch. Die angegebene und von uns bestätigte Akkulaufzeit von 11h ist daher ein wirklich guter Wert für ein drahtloses Headset, zumal dieses inklusive Nackenbügel nur 74g wiegt und somit nur wenig Gewicht für einen Akku bleibt.

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Aus allen Richtungen


Vom technischen Standpunkt ist das SBH-500 zeitgemäß. Für die Übertragung von modernen Mobiltelefonen kann das Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) verwendet werden, zur Steuerung von Bluetooth-fähigen Quellen steht das Audio Video Remote Control Profile (AVRCP) zur Verfügung, sofern es die Quelle unterstützt. Möchte man die 6 Tasten auf der rechten Kopfhörermuschel benützen können, ist AVRCP zwingend notwendig. Die Tasten umfassen einen Ein-/Ausschalter mit zwei separaten Positionen, eine Wipptaste um die Lautstärke hinauf oder hinunter zu regeln, eine Sprechtaste mit Play-/Pause-/Stop-Funktion sowie eine Taste für Vor- und Zurückspulen bzw. entsprechendes Navigieren in einer Playlist.

Im einfachsten Verbindungsmodus funktioniert nur die Sprechtaste, mit der man Anrufe annehmen kann, die Wiedergabelautstärke bestimmt hier einzig und allein die Quelle. Unterstützt ein Gerät zumindest Stereo-Wiedergabe, kann man auch die Lautstärke-Regelung unabhängig von der Quelle benutzen. Nur ein modernes Mobiltelefon oder ein gut ausgestatteter Bluetooth-Adapter für den PC kann daher das volle Potential des SBH-500 ausnützen.

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Schalter auf der rechten und linken Seite


Im Einsatz



In Anbetracht der Einfachheit der Kopfhörer verzichten wir zunächst darauf die Anleitung zulesen und schalten diese einfach ein. Ein akustisches, sowie ein optisches Signal durch eine mehrfarbige LED in der rechten Kopfhörermuschel geben dem Benutzer über den aktuellen Status bescheid. Es gibt separate Signale für "eingeschaltet", "gekoppelt", "verbunden" sowie eines nach jeder Betätigung einer Taste. Die Lautstärke dieser "Systemtöne" ist dabei unabhängig von der gewählten Einstellung und die aktuelle Audiowiedergabe wird kurzzeitig komplett überlagert. Erreicht man die maximale oder minimale Einstellung der Lautstärkeregler oder springt man in der Playlist weiter, wird der Hörgenuss somit von einem "Beep" unterbrochen. Abgesehen von diesen Tönen werden auch noch alle Tastentöne/Warntöne vom verbundenen Gerät ausgegeben - glücklicherweise abhängig von der dortigen Konfiguration. Handelt es sich um ein Mobiltelefon, läutet es natürlich auch im Headset.

Im Falle des Nokia N70 kann das allerdings für Verwirrung sorgen. Auf dem Symbian-Smartphone wird der Klingelton nämlich zusätzlich mit dem integrierten Lautsprecher abgespielt. Abheben kann man dann sowohl mittels Handy als auch mittels Headset, das Gespräch wird aber nur über Lautsprecher und Mikrofon des SBH-500 übertragen. Das N70 ist ein gutes Beispiel für die Abwärtskompatibilität des Samsung Headsets. Obwohl laut Anleitung nur Besitzer von Bluetooth 2.0-fähigen Telefonen in den Genuss der Verwendung kommen sollten, hatten wir bei unseren Tests auch bei älteren Versionen keine Probleme.

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LED-Farbe beim Laden und bei Kopplungsbereitschaft


Unsere weiteren Tests mit einem Motorola KRZR verliefen reibungslos, danke A2DP und AVRCP erfüllte auch jede Taste des Headsets ihre Funktion. Ähnliches galt für die Kopplung mit einem Anycom USB-200 Dongle, wobei uns anfangs die unzähligen Einstellungen unter Windows XP verwirren konnten. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit konnten wir allerdings nach Herzenslust unserer Musik lauschen oder auch skypen (Skype erkannte schon während der Installation automatisch, dass sich ein Bluetooth-Headset am System angemeldet hat und bot an ein- und ausgehende Audiosignale darüber zu senden). Das Herstellen der Verbindung mit einem einem älteren Dongle mit weniger Optionen ist genauso einfach wie mit einem Mobiltelefon.

Während eigentlich die komplette Bedienung des Samsung Headsets selbsterklärend ist, mussten wir bei der Kopplungsroutine die Anleitung zur Hand nehmen. Geht man nach dem deutschen Handbuch, so soll die Sprechtaste im ausgeschalteten Zustand betätigt und dann das Headset eingeschaltet werden. Wir folgten zunächst der deutschen Anleitung und wollten das Samsung Bluetooth Headset schon fast zur Reparatur einschicken, als wir im englischen Teil des Handbuchs den Vorschlag bekamen die Taste während des Einschaltens gedrückt zu halten. Die korrekte Prozedur schaltete das Gerät dann in den passenden Modus und man konnte sofort mit der gewünschten Quelle nach dem Headset suchen und schlussendlich verbinden. Nach der Eingabe des Passworts (0000) meldete ein Signalton die korrekte Koppelung und die Hardware konnte ab diesem Zeitpunkt verwendet werden.

Apropos gekoppelte Geräte: Ein "Gustostückerl" des SBH-500 ist, dass es gleichzeitig mit zwei Geräten (einmal als Headset, einmal als Kopfhörer) gekoppelt werden kann. Dabei kann mit einem Gerät Musik gehört werden, während bei eingehenden Anrufen die Musikwiedergabe unterbrochen wird und man mit der Sprechtaste das Gespräch vom Mobiltelefon (beziehungsweise der im Headset-Modus verbundenen Quelle) entgegen nimmt.

Doch wie schlägt sich das DBH-500 nun im Alltag?

Der Tragekomfort lässt keine Wünsche offen - das Gewicht fällt kaum auf und dank der weichen Kissen kann man es im Winter als Ersatz für ein Stirnband benützen. Windgeräusche dringen zwar durch, aber das Headset ist laut genug um diese falls nötig zu übertönen. Selbiges gilt auch Fahrgeräusche in öffentlichen Verkehrsmitteln. Gleichzeitig dringen aber wenige Geräusche nach außen, auch auf voller Lautstärke stört man Sitznachbarn nur in leisen Räumen, auf mittlerer Lautstärke kann man es auch in der Bibliothek verwenden.

Bei einem Headset, das alltäglich im Dauereinsatz ist, sind Stabilität und Haltbarkeit ein wichtiger Punkt. Hier glänzt das SBH-500: Nach zwei Wochen täglicher Benutzung, mehreren Stürzen, oftmaligem Verbiegen und Verdrehen und hunderten Tastendrücken ist es immer noch frei von Kratzern. Die Oberfläche ist beständig, es ist einfach aufzusetzen und bleibt immer in Position. Auch heftiges Headbangen, Handstände, Laufen oder Fitnesstraining, ja sogar Mountainbiking (mit Helm!) zählen zu den Einsatzgebieten, die es problemlos meistert.

Die Akustik kann man im Großen und Ganzen als unspektakulär bezeichnen. Das Stereo Bluetooth Headset leistet sich kaum Schwächen, was auch immer wir bis dato in unsere Ohren dröhnen ließen. Weniger zu empfehlen ist es allerdings für klassische Musik, die bei leiseren Lautstärken gehört wird. Im "Leerlauf", also wenn die Verbindung aufrecht ist, aber noch keine Audiodaten übertragen werden, hört man ein leises Rauschen. Leider bleibt dieses Rauschen auch während leiser Passagen bei klassischen Stücken hörbar. Auch Audiophile werden von der Klangqualität nicht überzeugt sein - schon bei 192Kbit VBR-MP3s hört man einen Unterschied zu guten Lautsprechern oder guten Kopfhörern mit Kabel. Dennoch klingt es besser als die meisten, bei MP3-Playern und insbesondere bei Mobiltelefonen mitgelieferten, Ohrhörer. Abgesehen davon ist man unterwegs selten komplett frei von Störgeräuschen, womit das SBH-500 auf jeden Fall mehr als zufriedenstellenden Hörgenuss ermöglicht.

Fazit



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Mit unserem Review wollen wir vor allem eine Frage beantworten: Erfüllt das Headset seinen Zweck? Die Anwort lautet: Auf jeden Fall! Die Audioqualität ist mehr als ausreichend, die Bedienung ist einfach und die Akkulaufzeit überzeugt. Zusätzlich dazu ist es stabil und damit uneingeschränkt für Sport geeignet (von Schwimmen einmal abgesehen) und die Lautstärke übertönt problemlos den Hintergrundlärm bei Ubahnfahrten. Für den großen Vorteil, überhaupt keine Kabel zu benötigen, opfern wir jedoch gerne ein wenig Klangqualität und können somit eine klare Empfehlung aussprechen. Einziger Makel ist das Handbuch, das uns an einer fehlerhaften Übersetzung stolpern ließ. Der Preis von derzeit knapp 50€ und ist auf jeden Fall als angemessen, wenn für diese Verarbeitungsqualität nicht sogar als günstig zu bezeichnen.
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